Digitaler Meinungsaustausch zwischen Liechtensteiner Unternehmer und EU Parlamentarier

Im Workshop des Bodensee-Business Forum ging der Digitalisierungsspezialist Markus Hannes Winter auf Tuchfühlung mit EU-Parlamentarier Norbert Lins. Erörtert wurden die Fragen der Auswirkungen der Digitalisierung auf die Politik.

Für Lins ist das größte Problem, neben der auszubauenden Infrastruktur, dass „Bad News nachhaltiger aufgenommen werden als Good News“. Dies nützt aktuell vor allem extremeren Parteien. In diesem Zusammenhang fallen auch Fake-News auf fruchtbaren Boden.

Winter geht einen Schritt weiter und bezeichnet viele Länder als digitale Entwicklungsländer. In Bezug auf die Verbreitung manipulativen Contents hat die Filterung von gewissem Inhalten zu erfolgen. Die Meinungsfreiheit darf im Bezug auf die demokratischen Werte aber nicht leiden.

„Die Algorithmen der Sozialen Netzwerke verstärken außerordentlich die persönliche Meinung der Menschen durch zielgerichtete Botschaften. Dies könnte mit einer europäischen oder globalen Regelung verhindert werden“, ist Winter überzeugt.

Zur gesteigerten, digitalen Abhängigkeit ist Markus Hannes Winter der Meinung, dass die menschliche Evolution der Geschwindigkeit dieser Entwicklung nicht gewachsen ist: „Die Rückbildung sozialer und gesellschaftlicher Normen und sogar des menschlichen Gehirns könnten Folgen daraus sein. Die Politik muss in Zukunft maßgeblich in Wirtschaftsalgorithmen und den Arbeitsmarkt eingreifen.“

Die Idee des bindungslosen Grundeinkommens muss sozial- wie auch gesellschaftspolitisch weitergedacht werden, wie auch der gesellschaftliche Umgang mit den Beziehern der Leistung.

Grundsätzlich war man sich einig: Da sich durch die Digitalisierung vieles sehr schnell ändert, muss Europas Politik im Hinblick auf seine Zukunft lernen rascher zu agieren.

 

 

 

Liechtenstein beim Bodensee-Business-Forum

Liechtenstein brilliert mit digitalen Wissen beim internationalen Bodensee Business Forum

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Vernetzt und zugenäht – Verantwortungsvoller Umgang mit Technik

Im Sommer 2018 vermeldete die Stanford-Universität, dass sie eine neue Initiative zu „Ethik, Gesellschaft und Technologie“ plane. Nachgedacht werden soll dort über Ethik im Zusammenhang mit neuen Technologien. Der Grund: Die oftmals dramatischen Folgen von Fake News, Hasskampagnen und Manipulationen in sozialen Netzwerken und der Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung.

Vielleicht wäre diese Einsicht etwas früher sinnvoll gewesen. Etliche Protagonisten, wie beispielsweise der Napster-Gründer und ehemalige Facebook-Berater Sean Parker, Apple-CEO Tim Cook und der frühere Google-Produkt-Philosoph Tristan Harris, machen bereits schon länger auf die problematische Entwicklung in den Sozialen Netzwerken aufmerksam.

Harris ist mittlerweile als „soziales Gewissen“ des Silicon Valley bekannt und gründete zuerst die Organisation „Time well spent“ und später das „Center for Humane Technology“, welches ein Umdenken bei der Technologieentwicklung hin zu einer stärkeren Ausrichtung nach menschlichen Bedürfnissen fördern soll.

Das ständige um die Wette blinken, vibrieren und klingeln bei Smartphones mit Facebook, Instagram, YouTube und Snapchat ist laut Harris genauso gefährlich wie Zigaretten. Meiner Meinung nach ist die Abhängigkeit der Nutzer von ihren Geräten und Apps eines der großen Probleme der Gegenwart und kann bis zu einer Rückbildung des menschlichen Gehirns führen. Schlussendlich besteht die Gefahr, dass der falsche Umgang mit den neuen Medien zu einer Schädigung zwischenmenschlicher Beziehungen und – im Zusammenhang mit Thema Fake-News – demokratischer Prozesse führt. Vielleicht begannen deshalb auch vor Jahren hochrangige Tech-Mitarbeiter im Silicon Valley, ihre Kinder auf Waldorf-Schulen zu schicken, an denen es keine Computer gibt.

Jede neue Technologie versetzt Eltern in Sorge um ihre Kinder – egal, ob es das Radio oder das Fernsehen war. Aktuell wiederholt sich das bekannte Muster – allerdings berechtigter als zuvor – bei Smartphones und Tablets. Die Herausforderungen, die die digitale Evolution mit sich bringt, sind vielfältiger als frühere Entwicklungen. Die Frage, die sich deshalb stellt, ist: Lassen wir als Befürworter aufgeklärter und demokratischer Gesellschaften dies einfach so passieren, oder steuern wir mit Hilfe von Initiativen und dem Einbau der Thematik im Unterricht gezielt dagegen?

Vernetzt und zugenäht – Das Nokia-Schicksal verhindern

Es ist bekannt als einer der größten Fehler der Wirtschaftsgeschichte: 1974 baute der junge Kodak-Ingenieur Steve Sasson die erste Digitalkamera der Welt. Der Konzern sah in der Digitalfotografie aber keine Bedrohung und verwarf die Idee.

Einer der fatalsten ökonomischen Fehler der Geschichte, welcher außerdem dazu beitrug, dass der weltgrößte Fotokonzern von der technologischen Revolution überrollt wurde.

40 Jahre später meldete Kodak Insolvenz an und ist seither nur noch ein Schatten seiner selbst – obwohl jede moderne Digitalkamera auf das Ur-Patent des Kodak-Ingenieurs zurückgeht.

Anderes Beispiel? Nach der Jahrtausendwende war Nokia der unumstrittene Leader am Mobilfunkmarkt. Das Unternehmen, welches vor rund 150 Jahres als Papierhersteller begann und zwischenzeitlich Gummistiefel verkaufte, entwickelte sich laufend weiter und wurde zum dominierenden Handy-Produzenten.

2007 erschien Apples iPhone auf dem Markt. Apps und Touchscreens waren plötzlich im Trend. Nokias Vormachtstellung schmolz dahin und der Konzern rutschte in die Bedeutungslosigkeit.

Nokia hat den Smartphone-Boom einfach verschlafen. Zwar haben die Finnen schon früh internetfähige Mobiltelefone auf den Markt gebracht, doch gegen das iPhone-Konzept der intuitiven Benutzerführung und berührungsempfindlichen Bildschirme wehrte sich Nokia zu lange. Hinzu kamen asiatische Hersteller, die auf Apple-Konzept setzten und Nokia noch weiter verdrängten. Während also Apple und Co. die Handy-Revolution auf dem Smartphone-Markt vorantrieben, produzierte Nokia – bis zu seinem endgültigen Scheitern und der Übernahme der Mobilfunksparte durch Microsoft – weiterhin Tastatur-Handys.

Doch was können Unternehmen in der Zeit des digitalen Wandels machen, damit sie keinen Kodak- oder Nokia-Moment erleben?

Klar ist: Die Digitalisierung ist mittlerweile im Mittelstand angekommen. Zumindest in der Bewusstseinsbildung. Aber sie ist kein Pauschal-Programm, das allen Unternehmen einfach übergestülpt werden kann. Viele Unternehmen stehen hier erst am Anfang. Der erste Schritt erfordert Kreativität, gute Ideen und richtige Partner. Ein strategischer Einsatz neuer Technologien bei gewissen Prozessen kann hier bereits viel bewirken.

Mittelfristig werden die größten Gewinner jedoch jene sein, die die primären Geschäftsprozesse bedenken und die Digitalisierung und ihre Möglichkeiten taktisch einsetzen – entsprechende durchdachte Geschäftsmodelle selbstverständlich inklusive. Denn: Produkte, vor allem digitale, sind wesentlich leichter zu kopieren als Geschäftsmodelle. Gute Geschäftsmodelle kombiniert mit entsprechender Software können daher nachhaltiger für bessere Umsätze sorgen und Kundenbindung erhöhen.

Das ist wie das iPhone vor Apple auf dem Markt bringen.

Österreichs ist im Umgang mit der Digitalisierung viel zu zögerlich: Ein Grund dafür? Wahrscheinlich geht es uns zu gut. Ein weiterer? Während man in anderen Ländern neuen Entwicklungen offen gegenübersteht, schaut man in Österreich zuerst, ob eine neue Technologie bereits irgendwo schon erfolgreich war. Der Mut zu Neuem fehlt. Aber genau dieser fehlende Mut lässt uns bei neuen Entwicklungen dramatisch hinterherhinken.

Der fehlende Mut lässt sich relativ simpel erklären: Bisher konnten wir schauen, wie unsere Vorgänger, Eltern, Großeltern,… etwas gemacht haben oder angegangen sind. Wir ahnten, was nötig war, damit wir schneller werden und beispielsweise von der Kutsche aufs Auto umsteigen konnten.

In der virtuellen Welt können wir das nicht. Wir können niemanden kostenlos fragen, wie man damit umgeht, in Lichtgeschwindigkeit am anderen Ende der Welt etwas auszulösen. Dazu benötigt es umfangreiches Knowhow. Doch auch mit dem entsprechenden Fachwissen bewegen wir uns in einer Welt, in der wir alle gemeinsam nur eines tun: Mut aufbringen und experimentieren.

Mit der Digitalisierung im Schlepptau, erwartet man sich zum Beispiel in der Industrie disruptive Innovationen. Dass die Betriebe dafür teilweise unkonventionelle Wege ausprobieren müssen, ist den Digitalisierern und zum Teil auch den Unternehmern klar. Dass das für viele Mitarbeiter und teilweise auch die Geschäftsleitung in einem Kulturschock endet, leider auch. Aber um am Markt bestehen zu können, benötigt es solche Innovationen und wie gesagt Mut.

Immer wieder erlebe ich bei unterschiedlichsten Gesprächen, dass sich große Unternehmen zwar mit der Digitalisierung neue Geschäftsmodellen erwarten, sich aber nicht dafür bewegen wollen. Tun sie es doch, ist der erforderliche Kulturwandel oftmals eine hohe Hürde. Denn Hierarchie ist nun mal „out“. Sich öffnen und die Strukturen an die Digitalisierung anpassen „in“.

Selbstverständlich steigt das Risiko, dass Wissen abfließt, auch wenn man mit der geeigneten Technologie das Knowhow lange im Unternehmen halten kann. Ein Unternehmen muss mit diesem eventuellen Wissensverlust aber selbstbewusst umgehen können und den Technologievorsprung und die Geschäftsmodell-Innovation geschickt nutzen. Aber genau da plagen große Unternehmen die Zweifel.

Eines muss man sich aber bewusst sein: Der Erste der in einer Branche solche Schritte wagt, hat ähnliche Chancen wie jemand der ein Jahr vor Apple das iPhone auf den Markt gebracht, oder jemand der 2003 Facebook veröffentlicht hätte.

Digitale Bildungs-Startups

Nicht nur die Form der Organisation eines Unternehmens muss an neue Technologien angepasst werden. Der digitale Transformationsprozess muss bereits in den Bildungseinrichtungen gestaltet werden. Das heißt die Ausbildung unserer Kinder und des Lehrpersonals muss teilweise neu erfunden oder zumindest stark adaptiert werden. Doch wie kann ein Unterricht aussehen, der von digitalen Werkzeugen unterstützt wird?

Ein handlungs- und entwicklungsorientierter Unterricht mit digitalen Werkzeugen ist längst keine reine Zukunftsmusik mehr. Er lässt sich bereits heute einfach realisieren. Auch wenn vielfach Schule, Land oder Bund noch kein Konzept für den Einsatz digitaler Werkzeuge erarbeitet haben und auch wenn nur kleine Budgets zur Verfügung stehen, ist es mit dem Einsatz von ausreichend Kreativität und Engagement möglich. So haben viele Kinder und Jugendliche die Hardware bereits im Hosensack.

Kinder lernen dann am besten, wenn sie ihre Erfahrungen, ihr Denken und ihr Handeln miteinander verknüpfen. Genau dies geschieht, wenn Lehrkräfte digitale Werkzeuge im Unterricht mit einsetzen, denn dann werden die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv. Der Umgang dieser Technologie muss aber von Anfang an gelehrt und auf Gefahren Aufmerksam gemacht werden.

Das Eingehen auf die Vielfalt der Kinder und die Unterstützung in Training und Fortbildung aber auch die individuelle Anpassung der Unterrichtsmethodik erfordern zudem intelligente Bildungsnetze. Ein Netzwerk von Bildungsangeboten, Werkzeugen, Systemen und Diensten bis hin zu digitalen Inhalten im Internet. Derartige „Educational Technologies“ müssen Unterstützung in zumindest drei Bereichen bieten:

  1. Suchen und Finden von Inhalten
  2. Kommunikationswerkzeuge und Werkzeuge zur Zusammenarbeit untereinander
  3. Intelligente Funktionen unter Nutzung von Bildungs-Analysesoftware

Außerdem bedarf es attraktiver Schnittstellen zwischen Lernenden und Lehrenden. Jede eingesetzte Technologie und jeder Service hat den Lehr- und Lernprozess zu unterstützen. Ebenfalls gilt es, das Lehrpersonal entsprechend vorzubereiten und auszubilden, damit sie die Möglichkeiten auch pädagogisch sinnvoll nutzen können. Aktuell hängt es noch häufig vom Zufall ab, ob und in welcher Form angehende Lehrkräfte mit digitalen Medien in Berührung kommen.

USA, Asien, Russland und der arabische Raum investieren enorm in die Entwicklung von „Educational Technologies“. Ebenfalls merkt man dort eine bemerkenswerte Bereitschaft bei Lernenden und Lehrenden diese Technologie zu nutzen. Wenn man jetzt auf den Startup-Hype aufspringen und Schulen als „Digitale Bildungs-Startups“ verstehen würde, könnte man auch hier viel Innovation in das verkrustete System bringen was zu mehr Leistung und einer Anpassung an die zukünftige digitale Arbeitswelt führen würde.

Digitalisierung bedeutet: Organisation neu denken

Zwei von drei Arbeitnehmern leisten nach einer Gallup-Studie Dienst nach Vorschrift, jeder siebte hat innerlich bereits gekündigt. Seit mehreren Jahren zeichnen unterschiedlichste Befragungen ein trauriges Bild der Unzufriedenheit der Angestellten mit ihrer Arbeit.

Gerade aufgrund der digitalen Transformation vieler Arbeitsprozesse gibt es spürbare Veränderungen in der Organisation vieler Unternehmen, die sich auch auf die Motivation der Mitarbeiter auswirkt. Denn nicht nur bei der Digitalisierung der Arbeitswelt bewegt sich etwas sondern auch im organisatorischen Aufbau von Unternehmen.

Vorreiter neuer Organisationsformen mit hoher Mitarbeitermotivation kommen oftmals von jungen Unternehmen und Start-Ups. Doch nicht nur. Der ehemalige Unternehmensberater Frédéric Laloux untersuchte zwölf Organisationen unterschiedlichster Größe, Alters und Branchen, die neue Ansätze der Unternehmensorganisation implementiert haben. Als Grundlage hat er zuerst die Merkmale geläufiger Formen definiert:

  • 1. Tribal: Machtausübung gegenüber Untergebenen
  • 2. Traditionell: Stark autoritäre Organisation, Aufbau: hierarchische Pyramide
  • 3. Modern: Konkurrenz, Expansion und Profite dominieren, Innovation ist wichtig
  • 4. Postmodern: Ebenfalls klassische Pyramidenhierarchie, jedoch stehen gemeinsame Werte im Vordergrund. Die wichtigsten Interessensgruppen werden eingebunden

Laloux skizziert nach der Analyse der zwölf erfolgreichen Unternehmen eine grundlegende und neue Form der Organisation, die sehr gut an eine technisch veränderte, digitale Welt passt. Als bildlicher Vergleich für diese Organisationen nennt er den lebendigen Organismus mit all seiner Komplexität. Diese “organischen” Organisationen besitzen keine Machthierarchien, kennen keine Organigramme und adaptieren sich eigenständig an die Umwelt.

Eckpunkte dieser neuen Organisationsform finden sich in den Bereichen Selbstmanagement, Ganzheitlichkeit und im evolutionären Zweck. D.h. für den Bereich Selbstmanagement beispielsweise, dass Machthierarchien aufgelöst und durch flexible Hierarchien ersetzen. So kann z.B. jeder kurzfristig Teil des Managements werden. Dadurch wächst der Grad an Verantwortung jedes Einzelnen und Probleme können nicht mehr auf die Führung anderer Kollegen projiziert werden.

Für viele mag dieses Konzept utopisch erscheinen. Woanders ist das hier kurz beschriebene Umdenken längst Wirklichkeit geworden. Denn um Unternehmen weiter zu bringen und Mitarbeiter neu zu motivieren, müssen Führungskräfte nicht nur überlegen welche Technik, Software und weitere Entwicklungen eingesetzt werden sollen, sondern auch überdenken welchen Führungsstil sie in einem solchen modernen Unternehmen einbringen.

Personal News: Ferhat Ekiz

Personal-News: Ferhat Ekiz neuer Projektleiter

Ferhat Ekiz (38) ist seit Juli neuer Projektleiter beim Liechtensteiner Digitalisierungs- und Softwareunternehmen Oroox.

Ekiz war zuletzt Consultant bei der Thermoplast GmbH in Kempten. Hier war er im Controlling und Qualitätsmanagement tätig und baute u.a. den Vertrieb mit auf: „Ich freue mich auf die neue Herausforderung. Mit WebCAD bietet Oroox eine technologieführende Software an, bei der der Kunde im Browser Produkte in 3D gestalten, planen und individualisieren kann.“

Das komplette Produkt-Know-How wird mit WebCAD erfasst, digitalisiert und hinterlegt. Die Software prüft während der Konfiguration in Echtzeit auf Logik und Plausibilität und verhindert so beispielsweise nicht mögliche Konstrukte.

„Die Lösung lässt sich mit großen Vorteilen für den Kunden in bestehende E-Commerce Lösungen einbinden und mit unterschiedlichen Datenbanken verknüpfen. Oroox hat somit mit WebCAD ein hervorragendes Marketing- und Vertriebstool geschaffen, welches innovativen Unternehmen den Weg zur digitalen Transformation erleichtert“, erklärt Ekiz.

 

 

 

Domo arigato Mr Roboto

Können Sie sich vorstellen, dass ein Computer ihre Arbeit schneller und effizienter macht als Sie selbst? Natürlich, aber nicht alles? Dann sollten vor allem die Anwälte und Bänker unter Ihnen jetzt die Ohren weit aufmachen. Die Tauglichkeit der künstlichen Intelligenz in der Praxis wurde bereits mehrfach in eindrucksvollen Verfahren getestet und ist auch schon in Anwendung.

2017 wurde beispielsweise ein System mit 23.000 Versicherungsfällen gefüttert. Anschließend rechnete ein komplexer Algorithmus eine Woche lang die Rechtsfälle durch. Gleichzeitig sahen sich 110 Anwälte dieselben Fälle an. Die Software entschied in rund 21.000 Fällen richtig. Erfolgsquote: 86,6%. Die Anwälte konnten in der selben Zeit nur 775 Fälle behandeln und lagen nur 483-mal richtig. Die teuren Profis kamen also lediglich auf eine Erfolgsquote von 62,3 Prozent.

Doch nicht nur Anwälte könnten bald ernsthafte Konkurrenz bekommen. Mr. Roboto entscheidet auch in Finanzinstituten immer häufiger mit. Beispielsweise über Kreditanträge. Mit Basel II sind die Banken beispielsweise verpflichtet, die Bonität ihrer Kunden zu bewerten und mit der Kreditprüfung zu verbinden. Zunehmend setzen die Institute dabei auf künstliche Intelligenz und Big-Data-Analysen, um Muster und Zusammenhänge zwischen bestimmten Daten und der Wahrscheinlichkeit einer Zahlungsunfähigkeit zu entdecken.

Früher hat eine solche Kreditentscheidung für Unternehmen mehrere Wochen in Anspruch genommen. Mittlerweile können solche Prüfungen innerhalb eines Tages abgeschlossen werden. Natürlich können hier offene Fragen im persönlichen Gespräch mit dem Berater geklärt und das Rating evtl. verbessert werden. Aber man sieht schon in welche Richtung es sich auch hier entwickelt.

Anwälte, Bänker, Journalisten,… Man kann das jetzt für jede einzelne Branche weiterdenken. Auch unsere Entwicklungen beinhalten die Analyse von Big Data. Egal, ob man als Kunde bei individuell zusammengestellten Produkten, kostengünstigere Alternativen angeboten bekommt oder die Informationen welche statischen Änderungen ein anderes Bauteil auslöst. Das implementierte Produktwissen von langjährigen Mitarbeitern kann einfach abgerufen und ideale Produkte aufgrund der KI „Erfahrung“ vorgeschlagen werden.

Mr. Roboto wird zukünftig nicht mehr aus unseren Unternehmen wegzudenken sein. 62 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland sehen in der künstlichen Intelligenz eine Technologie, mit der Maschinen zukünftig zumindest zu besseren Assistenten am Arbeitsplatz werden können. Was wir dabei aber nicht vergessen dürfen ist, dass die KI im Prinzip nichts Künstliches, sondern vom Menschen und für Menschen geschaffen ist. Schauen wir, dass sie auch menschlich bleibt.

Personal News: Akin Pacali

Akin Pacali (42) ist seit Mai Account Manager beim Liechtensteiner Digitalisierungs- und Softwareunternehmen Oroox.

Oroox hat mit webcad.com ein hervorragendes Marketing- und Vertriebstool geschaffen, welches innovativen Unternehmen den Weg zur digitalen Transformation erleichtert: „Mit dieser Software kann der Kunde im Browser Produkte in 3D gestalten, planen und individualisieren. Die Lösung lässt sich mit großen Vorteilen für den Kunden in bestehende E-Commerce Lösungen einbinden und mit unterschiedlichen Datenbanken verknüpfen“, erklärt Pacali.