Digitale Bildung-Startups

Nicht nur die Form der Organisation eines Unternehmens muss an neue Technologien angepasst werden. Der digitale Transformationsprozess muss bereits in den Bildungseinrichtungen gestaltet werden. Das heißt die Ausbildung unserer Kinder und des Lehrpersonals muss teilweise neu erfunden oder zumindest stark adaptiert werden. Doch wie kann ein Unterricht aussehen, der von digitalen Werkzeugen unterstützt wird?

Ein handlungs- und entwicklungsorientierter Unterricht mit digitalen Werkzeugen ist längst keine reine Zukunftsmusik mehr. Er lässt sich bereits heute einfach realisieren. Auch wenn vielfach Schule, Land oder Bund noch kein Konzept für den Einsatz digitaler Werkzeuge erarbeitet haben und auch wenn nur kleine Budgets zur Verfügung stehen, ist es mit dem Einsatz von ausreichend Kreativität und Engagement möglich. So haben viele Kinder und Jugendliche die Hardware bereits im Hosensack.

Kinder lernen dann am besten, wenn sie ihre Erfahrungen, ihr Denken und ihr Handeln miteinander verknüpfen. Genau dies geschieht, wenn Lehrkräfte digitale Werkzeuge im Unterricht mit einsetzen, denn dann werden die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv. Der Umgang dieser Technologie muss aber von Anfang an gelehrt und auf Gefahren Aufmerksam gemacht werden.

Das Eingehen auf die Vielfalt der Kinder und die Unterstützung in Training und Fortbildung aber auch die individuelle Anpassung der Unterrichtsmethodik erfordern zudem intelligente Bildungsnetze. Ein Netzwerk von Bildungsangeboten, Werkzeugen, Systemen und Diensten bis hin zu digitalen Inhalten im Internet. Derartige „Educational Technologies“ müssen Unterstützung in zumindest drei Bereichen bieten:

  1. Suchen und Finden von Inhalten
  2. Kommunikationswerkzeuge und Werkzeuge zur Zusammenarbeit untereinander
  3. Intelligente Funktionen unter Nutzung von Bildungs-Analysesoftware

Außerdem bedarf es attraktiver Schnittstellen zwischen Lernenden und Lehrenden. Jede eingesetzte Technologie und jeder Service hat den Lehr- und Lernprozess zu unterstützen. Ebenfalls gilt es, das Lehrpersonal entsprechend vorzubereiten und auszubilden, damit sie die Möglichkeiten auch pädagogisch sinnvoll nutzen können. Aktuell hängt es noch häufig vom Zufall ab, ob und in welcher Form angehende Lehrkräfte mit digitalen Medien in Berührung kommen.

USA, Asien, Russland und der arabische Raum investieren enorm in die Entwicklung von „Educational Technologies“. Ebenfalls merkt man dort eine bemerkenswerte Bereitschaft bei Lernenden und Lehrenden diese Technologie zu nutzen. Wenn man jetzt auf den Startup-Hype aufspringen und Schulen als „Digitale Bildungs-Startups“ verstehen würde, könnte man auch hier viel Innovation in das verkrustete System bringen was zu mehr Leistung und einer Anpassung an die zukünftige digitale Arbeitswelt führen würde.